Herby's Online-Tagebuch

3.10.2007 Ruth hat gestern im Computerzimmer den "Hausputz" beendet, indem sie den weißen sauberen Teppich mit meiner Hilfe unter den Schreibtischen verlegte; auch wenn es ihr schwer fiel. Nun darf ich ihn nur mit Hausschuhen betreten.
Marga tut, seit sie bei uns ist, keinen Schritt da hinein!

2.10.2007 Herbst- und Wintergedanken: Wir werden unruhig! Wo finden wir eine Bleibe für demnächst? Wer jetzt kein Haus baut, baut sich keines mehr!
Es bleibt dabei: Unruhig ist unser Herz, bis es ruhet in Dir!

1.10.2007 Zwei gegensätzliche Sonntagserfahrungen:

Durch den ausdrücklichen Hinweis in einem Kirchenlied, daß alle Kinder "Kinder der Liebe" zweier Menschen sind, gibt es ein durchgehendes Sicherheitsgefühl, das ein Leben lang tragen kann.

Durch den Gedanken, daß nach immermehr fortschreitendem Abbau geistiger und körperlicher Kräfte, der erkennbar ist, ein Grundgefühl der Angst droht, in einem unaufhaltsamen Strudel der Möglichkeiten aufgelöst zu werden, auch wenn man jeden Tag beten sollte: Ohne Vorbehalt und Sorge leg' ich meinen Tag in deine Hand!

30.9.2007 Schwester Therese hat uns heute freundlich zum Kindergottesdienst in Sancta Maria eingeladen, obwohl die Kapelle durch Kinder und Mütter ganz besetzt ist. "Zwei Stühle stehen für Sie im Hintergrund bereit!"

29.9.2007 Der Fortsetzungsbericht in der FAZ von Jürgen Schreiber "MEINE JAHRE MIT JOSCHKA FISCHER", Nachrichten von fetten und mageren Zeiten, ist seit gestern zu Ende. Der ehemalige Mitstreiter Schreiber hat versucht, die Decken der politischen Schwärmerei um den ehemaligen Außenminister von ihm zu nehmen: Am Ende bleibt nach Meinung des früheren Kumpels ein Profiteur.

Aus dem Maß, wie der Sinn des folgenden Wortes durch das eigene Leben erfüllt wird, spricht der Rang in seinem Reich!
"Siehe, ich bin die Magd des Herrn,
mir geschehe nach seinem Worte!"

Andere Kriterien wie Macht, Einfluß, Rang, Stand oder Geschlecht sind unerheblich!
Heri hat um 0:59 Uhr durch e-mail mitgeteilt, daß er froh ist, wieder die feuchte, kühle, aber gute Luft in Wildenloh statt der schlechten in Peking atmen zu können.

28.9.2007 Dass "Das Sichtbare eine Kopie des Verborgenen" ist, besagt viel über unsere Erkenntnissituation. Wir suchen in unserer Welt nach dem Ursprung, und das Urbild ist erst volles Leben. Und es gibt eigentlich zwei Welten, wir sehnen uns nach der anderen, die die erste ist und uns die volle Wirklichkeit zeigen wird.
Durch die Presse ging die Nachricht: Der Existentialist André Gorz und sein Frau Dorine haben zusammen Selbstmord begangen.
Sein wichtigstes Buch ist: "Lettre à D." Nach ihrem Tode wollen sie sehen, ob ihr sehnlichster Wunsch, der nach nicht endenderer Liebe, in Erfüllung geht, obwohl sie an ein Jenseits nicht so richtig glauben wollten.
Das Buch erscheint in diesen Tagen in Deutsch; ich werde es sofort bestellen.

27.9.2007 Von wegen "kleine geistige Arbeitsstätte" bei uns!
Hacker haben Ruth auf ihren Laptop eine e-mail geschickt, in der sie mitteilen, daß sie "auftragsgemäß" für eine für uns okkulte Firma von Ruths Konto einen vierstelligen Betrag abgebucht haben und daß wir die entsprechende Bankquittung bei Öffnung eines angegebenen Links erhalten können". Mit erklärlicher Aufregung haben wir sofort Erkundigungen bei der Sparkasse und der Polizei eingezogen; beide vertrösteten und beruhigten uns; aber das konnte erst ein freundlicher Computerfachmann erreichen, der die gleiche Abbuchungs- bescheinigung von dieser Firma erhalten und sofort in den Papierkorb geworfen hatte.
Danach habe ich sogar meinen Mittagsschlaf halten können; und eine Abbuchung, die von der Bank sofort rückgängig gemacht worden wäre, ist bisher auch nicht erfolgt.
Heute morgen war für uns eine freundlichere e-mail mit Foto zu sehen: Heri bei seinem Vortrag in Peking!

26.9.2007 In 1.Sam 20,42 kommt am Ende dieses Kapitels noch einmal das Wort "dafür stehe der Herr zwischen mir und dir" vor, und zwar als Bindung zwischen zwei Menschen und als Schutz vor Unrecht durch andere Menschen. Aber in noch übertragenderem Sinne heißt es: "So wie wir zu jedem einzelnen Menschen stehen, stehen wir zu Gott;" und umgekehrt: "wie wir zu Gott stehen , stehen wir zu jedem einzelnen Menschen".
Es betrifft immer Gott und den Menschen gleichermaßen. Wenn im vollem Einklang mit einem Menschen, dann fast genau so zum Herrn!

Es hat sich bei uns eine "kleine geistige Arbeitsstätte" gebildet: Damit man Reinhold Schneiders "Winter in Wien" mit einigem Verständnis lesen kann, ist es notwendig, den Sinn des Textes mit Hilfe des Computers zu erarbeiten.
Nicht nur österreichische Wörter wie "Beisel" müssen nachgeschlagen werden, sondern auch die ergiebigen literarischen Vergleiche Schneiders mit Shakespeare und Raimund und Shakespeare und Grillparzer oder Ibsen und Strindberg mit beiden macht es notwendig, die Grundaussagen aller dieser Hinweise über den Computer sich ins Gedächtnis zu rufen.
Allerdings ist es betrüblich, daß thematisch das Ende einer von Kirche und christlichem Glauben bestimmten Zeit auch in der Literatur zu erkennen ist.

25.9.2007 "Für das Wort aber, das du und ich miteinander geredet haben: siehe, dafür steht der Herr ewiglich." (1.Sam 20,23)
Ich kann mir keine größere Bestätigung für eine Verbindung zwischen zwei Menschen vorstellen als dieses Wort Jonathans zu David.
Joschka erfuhr gestern, daß er, nachdem er durch einen Eignungstest seine Abiturnote auf 1,4 verbessern konnte, einen Studienplatz für Medizin in Ulm zum Wintersemester dieses Jahres erhalten hat.
Wir gratulieren herzlich und wünschen ihm durchgehend Erfolg.
Vielleicht kommen wir noch in den Genuß, von ihm ärztlich betreut zu werden.

24.9.2007 Reinhold Schneider, eine mit Entschiedenheit gelebte christliche Existenz, die sich auch am Rande des Scheiterns befindet. Seine Neigung, historische Zusammenhänge zu erkennen und zu deuten, macht die Lektüre des Tagebuchs "Winter in Wien" anziehend.

23.9.2007 Hier ein Korrespondenten-Foto und der dazu gehörende Text von Heri im Vorfeld von Olympia 2008: "Viele junge Chinesinnen schützen sich in Peking gegen die Sonne anstatt gegen die Luft. Schon die Menschen auf der anderen Straßenseite sieht man im Nebel, die Hochhäuser im Hintergrund kaum noch. Ich bin hier etwas asthmatisch."
Bei uns auf Borkum haben wir das sonnige, windstille Nachsommerwetter so ausgenutzt:
Ich bin schon ziemlich früh über ein und eine halbe Stunde über die zu diesem Zeitpunkt noch menschenleere Insel gefahren, mit "handy" in der Tasche, das ich nicht zu benutzen brauchte.
Und am späten Nachmittag haben Ruth und ich seit über einem Jahr wieder einmal Strand und Dünen, Wasser und Himmel im FKK-Bereich, dem schönsten Teil der Insel mit der schier unendlichen Weite nach drei Seiten in den verschiedensten Blau- und Beigetönen bewundert, ihn aber leider nicht im Bild festgehalten.

22.9.2007 Heri hat eine e-mail aus Peking geschickt, in der er uns die gute Ankunft mitteilt und von Schwierigkeiten, sich dem Zeitunterschied von 6 Stunden anzupassen, schreibt.
Das Thema seines dortigen Vortrags ist "Die tiefe Biosphäre", die fast ein Drittel der gesamten Biomasse der Erde beherbergt.

21.9.2007 Und wenn man nur spürt, daß man sich für die Beschaffung und Herstellung einer Flasche Sanddornlikörs gebraucht weiß, kann darin ein Beweis für umfassende Anerkennung liegen, und so kann es sich weiter entwickeln, bei Bestätigungen anderer Art.

20.9.2007 Bei uns im Wohnzimmer: erst geht es darum, wofür der Mensch früher und heute sterben konnte. Aus dem entsprechenden Zitat von Reinhold Schneiders Tagebuch "Winter in Wien": "Früher starb der Mensch für Gott oder König. Dann begann er für sein Land zu töten, das war schon schwieriger zuzugeben und zu erklären. Heute scheint es, daß er nur für seine Ideen töten darf - und das ist geradezu unerklärlich für den, der keinen Glauben besitzt".
Dann sprang das Thema um auf dies und das, bis es beim Leid landete. Es wurde Herzenssache. Unser Streben kann ganz und gar bestimmt sein, mit dem Leid, das einem unberechtigt angetan wurde, fertig werden zu wollen und zu müssen. Es gibt so etwas wie einen Thron des Leidens: Petrus saß auf ihm eher als auf der Kathedra, Paulus auch. Jesus vor allem; er wurde durch das Leiden der Christus.
Der Leidende wird sanfter, menschlicher, nicht mehr so selbstsicher. Der Leidende muß geachtet werden; es gibt die vielseitigsten Ausbildungen des Leidens. Leiden kann überwunden werden, wenn man es annimmt. Leiden macht frei. Durch Leiden sind wir erlöst. Das ist sein Geheimnis.

19.9.2007 Ruben hat heute Geburtstag; wir wünschen ihm auch auf diesem Wege Glück und Segen.
Annette fliegt am kommenden Wochenende mit Ferdi nach Sizilien, Ruthchen fährt im Auto mit der Familie für eine Woche in die Provence und Bertram mit Marion nach Todi. Ihnen allen gute Erholung und gute Heimkehr!
Lieselotte und Henner Herbst sind seit langer Zeit wieder einmal für ein paar Tage auf Borkum und wohnen bei Marga. Als Gastgeschenk haben sie das Buch zur Lektüre mitgebracht, nach dem ich bisher unter unseren Büchern vergeblich gesucht habe: Reinhold Schneider "Winter in Wien."
Am Abend erschien wie vor vielen Jahren, als wir mit ihnen zusammensaßen, auch Alfred. Einem Mitmenschen helfen wollen, beginnt eigentlich schon damit, daß man ihn achtet.

18.9.2007 Ruth hat gestern Nachmittag bei regnerischem Wetter auf Borkum drei Stunden lang drei Frauen, die zum ersten Male eine Gruppenreise nach Rom unternehmen wollen, einen Einblick in das gegeben, was sie in der "Ewigen Stadt" erwartet.
Heribert fliegt am Wochenende, da er von den Chinesen eingeladen wurde, acht Tage lang nach Peking zu einem deutsch-chinesischen Kongreß für Mikrobiologen und wird da auch über seine Forschungsergebnisse berichten. Wir wünschen ihm Erfolg und gute Heimkehr!

17.9.2007 Heute nehmen wir an der Dankmesse für zwei Vorsehungsschwestern auf Borkum aus Anlaß der 50-Jahrfeier ihrer Profeß teil. Gut, daß es sie noch gibt! Sie können Zeichen setzen für ein Leben nach dem Leben!

16.9.2007 Gestern waren wir mit Hanna bei schönstem Sonnenwetter am Strand.Die drei Bilder wollten nicht ins Internet, weil ich trotz jahrelanger richtiger Technik heute immer wieder einen kleinen Fehler gemacht habe, den ich aber doch noch erkannt habe.
An den letzten zwei Vormittagen habe ich der ganzen Hecke den Winterschnitt verpaßt; mit Ruths Hilfe, die die Ligusterzweige zusammengefegt hat.

15.9.2007 Hanna hat sich gestern sofort nach Schulschluß in Kaltenkirchen zur Bahn begeben, um in Emden Aussenhafen um 19.30 Uhr noch den letzten Kat nach Borkum zu erreichen, der den Umweg über Eemshaven nimmt und um 20.45 Uhr auf der Insel anlanden sollte, was er aber erst etwa eine Stunde später tat. Solche Verzögerung machte unserer ziel-und selbstbewußten Enkelin nichts aus. Mit Energie bei guter Laune hat sie auch ziemlich spät allein von der Haltestelle "Jakob van Dykenweg" den Weg zu uns genommen und wurde herzlich zu ihrem Wochenendbesuch bei uns begrüßt.

14.9.2007 Die letzten Rosen in diesem Jahr sind die schönsten.
Auch in der zweiten Blüte in voller Pracht!
Und so hell und auffällig leuchtend wie am Ende der Blütezeit waren sie noch
nie!
Manche haben
allerdings am Ende leider Struktur und Farbe verloren oder nur ganz und gar verändert!

13.9.2007 Durch den Hinweis von H.J.Fischer, dem Romkorrespondenten der FAZ, suchte ich unter unseren Büchern nach Reinhild Schneiders letztem Buch "Winter in Wien", das ich vor Jahrzehnten gelesen hatte und von dem ich annahm, dass es sich unter unseren Büchern noch befinden müßte.
Ich fand es bis jetzt leider nicht, stattdessen aber sein Buch "Die Hohenzollern", in dem es bei anderem Hintergrund aber auch um die alles bewegende Frage nach der geglaubten und gelebten Existenz GOTTES geht.
Wie echt und lebendig ist heute der Glaube an Gott?
Haben die Menschen der Neuzeit diesen Glauben verspielt? Wo sind Reste dieses Glaubens zu sehen? Können wir ohne diesen Glauben sinnvoll leben?
Ich habe mit Begeisterung zu lesen und zu fragen angefangen!

12.9.2007 Auch das gibt es auf der Insel!
Die gestrige 8-Uhr-Fähre von Emden-Außenhafen mit Post und Zeitungen erlebte einen Crash an der Bugklappe! Der Schaden mußte durch Schweißen erst behoben werden, danach war es zu spät fürs Austragen.
Im Internet haben wir uns einen kurzen Überblick in "Borkumer Zeitung", "Bild" und "FAZ" verschafft.

11.9.2007 Der Romkorrespondent der FAZ stellt in der gestrigen Ausgabe die Bedeutung der Sonntagspredigt des Papstes im Stefansdom in Beziehung zu Reinhold Schneiders Aussage aus seinem Buch "Winter in Wien" vor etwa 80 Jahren:
"In dem Wiener Kaffeehaus „Prückel“ am Stubenring hatte der den „Winter“ für Religion, Christliches und Kirche ausgerufen; "Der Katholizismus deutscher Sprache war erschüttert. Ermattung und Untergang sah man voraus, sogar das Ende der Volkskirche, eine „Eiszeit“ für das Christentum."
Dagegen unterstützt Benedikt XVI. heute eine Gegenbewegung:
„Aus der Einmaligkeit seiner Berufung erwächst Europa eine einmalige Verantwortung in der Welt. Dazu darf es sich vor allem selbst nicht aufgeben. Der demographisch rapide alternde Kontinent soll nicht ein geistig alter Kontinent werden. Europa wird sich seiner selbst auch dann besser gewiss werden, wenn es eine seiner einzigartigen geistigen Tradition, seinen außerordentlichen Fähigkeiten und seinem großen wirtschaftlichen Vermögen angemessene Verantwortung in der Welt übernimmt.“ Und: "Die rastlose Gier nach Leben, die die Menschen heute umtreibt, endet in der Öde des verlorenen Lebens."

10.9.2007 Wir haben an den letzten drei Tagen viel "Ferngesehen", vor allem "Bayern 3" und "Phönix", die alle Etappen der Pilgerreise des Papstes übertrugen.
Den Höhepunkt seiner Wallfahrt sahen wir am Sonntag in der Festmesse im Stefansdom, die der Heiligung des Sonntags galt:
Gib der Seele einen Sonntag und dem Sonntag eine Seele!
Und in diesem Zusammenhang steht der lebendige Glauben an Gott, dem in der Haydn-Messe - der missa zellensis - Lob und Dank gesagt wurde.
Beim "Benedictus", das die vier Solisten anstimmten und danach Chor und Orchester wiederholten, wurde in erfüllter Spiritualität musikalisch und geistig etwas von der Welt hinter dieser Welt lebendig.

9.9.2007 Trotz Dauerregens hat die Pilgerfahrt nach Mariazell mit Benedikt XVI. keinem Teilnehmer die Freude am Glauben genommen. Sie wurden gestärkt im Glauben und konnten das auch freimütig sagen. Was der Papst in seinen Predigten ausführt, berührt die religiösen Grundfragen des christlichen Glaubens und zeigt Klarheit und Wahrheit.
Bei der Vesper am Tage der Geburt Mariens wurden das "Magnificat" und zum Schluß das "Salve Regina" gesungen.

Außerdem waren wir, dem Fernsehen sei Dank, bei der Beerdigung Pavarottis dabei und haben etwas von italienischer Volksfrömmigkeit unmittelbar erlebt, als in der Kirche in Modena am Sarg Vater und Sohn Pavarotti vom Band gemeinsam das "Panis angelicus" sangen und die Trauergemeinde sich erhob und mit den Tausenden auf dem Kirchplatz minutenlang stehend Beifall zollte.
Für sie war Luciano Pavarotti, lebendig, im Himmel!!
"Panis angelicus fit panis hominum. Dat panis coelicus figuris terminum. O res mirabilis manducat Dominum: Pauper, servus et humilis. Te trina Deitas unaque, poscimus, Sic nos tu visita sicut te colimus. Per tuas semitas duc nos quo tendimus Ad lucem quam in habitas.
Brot der Engel wird zum Brot der Menschen Das himmlische Brot gibt uns Menschen ein Ziel. O wunderbares Geschehen, es isst den HERREN der Arme, der Knecht und der Schwache. Dich, dreieinige Gottheit, bitten wir inständig: Besuche Du uns ebenso, wie wir Dich verehren. Auf Deinen Pfaden führe uns, wonach wir uns sehnen, zum Licht, das Du bewohnst.

8.9.2007 Das sind für uns highlights! Benedetto auf Pilgerreise in Österreich!
Und wir sind dabei!
Wenn er ankommt!
Wenn er betet!
Wenn er predigt!
Wenn er segnet!
In Liebe und Verehrung!
Zwei Höhepunkte für uns am ersten Tag: Das "Ave verum corpus natum ex Maria virgine. Vere passum, immolatum in cruce pro homine. Cuius latus perforatum unda fluxit, sanguine. Esto nobis praegustatum in mortis examine."
(Melodie von Mozart)
"Gruß dem wahren Leib, geboren von Maria, der Jungfrau. Wirklich hat er gelitten, geopfert wurde er am Kreuz für den Menschen. Seine Seite wurde durchbohrt und floss von Wasser und Blut. Er muss uns Vorgeschmack sein in der Prüfung des Todes!"
Es wurde angestimmt bei Aussetzung des Allerheiligsten in der Wiener Hofburgkirche zur Anbetung während der Pilgerreise des Papstes nach MariaZell.
Ich erinnere mich, daß Clemens am Anfang seines Musikstudiums mir gesagt hat, daß diese Melodie von Mozart das Innigste an Musikalität zum Ausdruck bringt, das je geschaffen wurde.
Ich hätte gerne, daß diese Melodie bei meiner Beerdigung gespielt wird!
Der zweite Höhepunkt die Ansprache vor dem diplomatischen Chor. In ihr hat er den Glauben der Kirche uns lebendig vorgestellt!

7.9.2007 Das noch nicht so sehr abgekühlte Meerwasser reduziert auch die Lufttemperatur nur langsam, aber stetig und zeigt, daß der Sommer zu Ende ist.

6.9.2007 Es ist inzwischen so kühl bei uns auf der Insel geworden, dass wir schon einmal Holzfeuer in unserem Kachelofen machen mußten, um uns dann in der von da ausstrahlenden Wärme am Abend wohl zu fühlen.

5.9.2007 Auf der Titelseite der "Borkumer Zeitung". die viermal in der Woche erscheint, fand ich gestern diesen Artikel mit Bild von dem ehemaligen Abt von Gerleve, Professor Dr. Pius Engelbert, ehemaligen Hochschullehrer an der Gregoriana und an Anselmo in Rom, Benediktinermönch, der uns seit vielen Jahren seiner Anwesenheit auf Borkum während seiner Ferien immer besucht.
Ruth hat gesagt, dass die Überschrift das Beste an dem erläuternden Text ist, der mehr verwirrt als erklärt. Der in ihm erwähnte Abt Primas ist kein anderer als der Abtprimas Notker Wolf, der an der Spitze des Benediktinerordens steht und seinen Mitbruder Abt Pius bat, nach dessen Emeritierung als Abt des Klosters Gerleve im Münsterland zu seiner Unterstützung in Rom tätig zu sein.
Diesem Wunsche ist Abt Pius, der weiter zum Kloster Gerleve gehört, gerne nachgekommen.

4.9.2007 Hanna hat heute Geburtstag; wir wünschen ihr auch auf diesem Wege Glück und Segen.
Gestern kamen von unseren beiden ältesten Enkelkindern freundliche Nachrichten, über die wir uns sehr gefreut haben, per e-mail zu uns.
Anna, wach, aufgeschlossen, zielgerichtet, hat eine neue kleine Wohnung bezogen und scheint sich da wie auch bei ihrer Arbeit im Max-Planck-Institut wohlzufühlen.
Und Ruben berichtet von erfolgreichen Schritten auf dem Wege zu seinem "Master" in Australien.
Wir wünschen, daß es so weitergehen möge!
Ruth war gestern abend bei einem von der katholischen Kirchengemeinde veranstalteten Vortrag von Prof. Ewald, der über die "Freiheit des Willens"-Hirnbiologische Illusion oder Wirklichkeit- sprach. Es blieb ergebnisoffen.

3.9.2007 Es ist überraschend schnell Herbst geworden mit naßkaltem Regenwetter: Statt am Strand und Meer zu sein, verzogen wir uns am Nachmittag in die "kulturinsel" und sahen uns in einer Kunstausstellung einige naive Ölbilder von Strand und Meer an.
Entschädigt wurden wir am Abend in reichen Maße durch Beethovens Violinkonzert D-Dur zum Abschluß des Schleswig-Holstein Musikfestival 2007, in dem das ganze Orchester unter der Regie von Alan Gilbert nur dem Virtuosen Frank Peter Zimmermann, der sich zur Höchstform steigerte, zuzuarbeiten schien.

2.9.2007 Überraschend gut hat Ruth die Extraktion ihres Backenzahnes überstanden und genau so gut in der letzten Nacht geschlafen.
Wir sind sehr dankbar: vor allem auch, wenn wir uns daran erinnern, daß wir genau vor 20 Jahren - Ruth war damals 64 und ich 68 Jahre alt, den wichtigen Schritt auf die Insel Borkum gemacht haben und hier bis jetzt die besten Jahre unseres Lebens verbringen durften.
Wir hätten im Traum nicht daran gedacht, gemeinsam so lange auf Gottes schöner Welt weilen zu dürfen!!

1.9.2007 Ruth hat heute Namenstag; wir hoffen, daß sie den zahnärztlichen Eingriff gut übersteht. In den letzten Tagen hat sie wie ihre biblische Namensschwester den ganzen Tag über Früchte gesammelt; die eine Ähren, sie die vom Baum gewehten Mirabellen.
Trotz Regens ist es gestern gelungen, das Herzstück unseres Anwesens, den Innenhof, in einen schönen Zustand zu versetzen.
Die gegenüberliegende Seite zeigt hinter den Kreisen alter Klinker noch etwas von der verblichenen Pracht der ehenals üppigen Hortensien.

31.8.2007 Falls es heute nicht allzuviel regnen wird, können die alten Steine im Innenhof ganz freigelegt werden: und das ist für mich dann das Zeichen, daß ich die Grundlage des Gartens, als diese betrachten wir den Innenhof, noch halbwegs in der Hand habe. Was sonst noch zu erledigen ist, wird später auch bewerkstelligt.
Ruth muß sich morgen einen Zahn ziehen lassen; wegen ihrer Polycytämia vera muß sie, um Blutungen vorzubeugen, 10 Tage vorher Heparinspritzen bekommen.
Wir hoffen, daß alles gut geht.

30.8.2007 Wir haben ins Auge gefaßt, "unseren Acker" für Herbst und Winter zu bestellen. Da ist zuerst der Innenhof dran, den es von allem Grün, das zwischen den alten Steinen hervorgewachsen ist, zu befreien gilt. Die erste gute Hälfte wurde in zwei Tagen geschafft, so daß das Ende dieser mühsamen Arbeit bald bevorsteht.
Dann kommt die lange Hecke noch einmal dran. Und zum Schluß Rasen-, Baum- und Strauchschnitt.
Aber der Nachmittag bleibt dem Strand, wo die Zahl der Strandkörbe und Strandzelte immer geringer wird, und dem Schwimmen im schon abgekühlten, trotzdem noch erfrischendem Meer vorbehalten.

29.8.2007 Ich habe erst heute entdeckt, daß es im Alten Testament eine Vorlage gibt für das "Magnificat" - Meine Seele preist die Größe des Herrn; und zwar das Danklied oder den Lobgesang Hannas nach der Geburt Samuels:

Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn,
mein Haupt ist erhöht in dem Herrn.
Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde,
denn ich freue mich deines Heils.
Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner,
und ist kein Fels, wie unser Gott ist.
Laßt euer großes Rühmen und Trotzen,
freches Reden gehe nicht aus eurem Munde;
denn der Herr ist ein Gott, der es merkt,
und von ihm werden Taten gewogen.
Der Bogen der Starken ist zerbrochen,
und die Schwachen sind umgürtet von Stärke.
Die da satt sind, müssen um Brot dienen,
und die Hunger litten, hungern nicht mehr.
Die unfruchtbare hat sieben geboren,
und die viele Kinder hatte, welkt dahin.

DER HERR TÖTET UND MACHT LEBENDIG,
FÜHRT HINAB ZU DEN TOTEN WIEDER HERAUF.

Der Herr macht arm und macht reich:
er erniedrigt und erhöht.
Er hebt auf die Dürftigen aus dem Staub
und erhöht den Armen aus der Asche, daß er ihn setze unter die Fürsten
und den Thron der Ehre erben lasse.
Denn der Welt Grundfesten sind des Herrn,
und er hat die Erde darauf gesetzt.
Er wird behüten die Füße seiner Heiligen,
aber die Gottlosen sollen zunichte werden in Finsternis;
denn viel Macht hilft doch niemand.
Die mit dem Herrn hadern, sollen zugrunde gehen,
der Herr wird richten der Welt Enden.
Er wird Macht geben seinem Könige
und erhöhen das Haupt des Gesalbten.

Bis auf die die Gedanken der zwei Verse - es sollen die ersten in den Heiligen Schriften sein, die vom Leben nach dem Tode sprechen - werden alle Gedanken dieses Lobgesangs auch im Lobgesang Mariens erwähnt.

28.8.2007 Joseph Ratzingers "Jesus von Nazareth - Buch" zu Ende gelesen. Einen Höhepunkt findet man noch in den Schlußkapiteln, in denen der Papst das Selbstverständmis des Herrn unter den Überschriften der "Menschensohn", der "Sohn" und "Ich bin es" in Liebe und Verehrung beschreibt.
Abt Pius war zum Abendtrunk bei uns; da wurde Rom noch einmal lebendig!

27.8.2007 Abt Pius predigte in Sancta Maria vor sieben Ordenschwestern und fünf Laien und erklärte das Sonntagsevangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis. in dem es heißt: "Bemüht Euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich Euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wir ihnen nicht gelingen."
Er sprach dabei vom Heilspessimimus des Heiligen Augustinus (massa damnata), von Luthers Suche nach einem "Gnädigen Gott" und der Prädestinationslehre Calvins; er erwähnte den heutigen Heilsoptimismus und stellte die katholische Auffassung dar, nach der Christus alle erlöst hat, daß alle eingeladen sind, durch die enge Pforte zu kommen und daß keiner Sicherheit hat, wenn er sich nicht bemüht, den Weg auf die ihm eigene Weise zu gehen. Er sprach, wie einer, der etwas zu sagen hat, im Namen Christi und seiner Kirche.
Am Nachmittag, den wir im angenehm schattigen Innenhof verbrachten, las Ruth aus Dostojewskis "Karamasow": "Wer jedoch niemanden achtet, hört auf zu lieben!" Und ich füge von mir aus dann hinzu: "wenn er das nicht kann, wird er den engen Pfad nicht finden!"
Man sollte nicht aufhören, darum zu bitten, seinen Mitmenschen achten und lieben zu können!
Und am Abend sahen wir vom Band den Film "Szenen einer Ehe", in denen nicht Achtung, sondern ihr Gegenteil Regie führt.

26.8.2007 Der Alltag ist wieder bei uns eingekehrt, wie er sich im Nachsommer ergibt.
Wir verarbeiten alles, was an Früchten anfällt; gut sind in diesem Jahr nach den Mirabellen die Birnen geraten, die wir essen und für den Winter konservieren.

25.8.2007 Unter den Blättern befinden sich auch aufgeschlagene Mirabellen, die den ganzen Tag unwiderstehliche Anziehung auf Schwarz-Orange-Weiß-Schmetterlinge ausüben. Mit ihren haardünnen Rüsseln saugen sie die Honigsüße aus den Früchten und sorgen in unserem Innenhof für Leben sorgen - anfliegen - saugen - abfliegen und dann von neuem in riesig großer Zahl, nur eine Art; es ist was los!

24.8.2007 Ein Erinnerungsbild an und von Emma, das in dieser Farbzusammenstellung ein kleines Kunstwerk darstellt.(Es handelt sich hierbei um eine Skulptur)
So originell und spontan, selbständig und überhaupt nicht floskelhaft, lebendig und in keiner Weise nachgemacht, mit vielen überraschenden Wort- und Gedankenverbindungen, wie sie malt, spricht sie auch, wobei ihr kleines Plappermäulchen manchmal überhaupt nicht still steht.
Dabei schiebt sie zum Beispiel ihrer Oma eine bunte Tablette "als Nachtisch" in den Mund.

23.8.2007 Am gestrigen Nachmittag gab es noch einen schönen Sommertag am Strand, den vor allem Emma und Anna nutzten, um immer in die niedrigen Wellen hinein- und dann wieder ganz schnell vor ihnen wegzulaufen. Wenn die kleine Anna dabei mal hinfiel, stand sie schnell auf, als sei nichts geschehen, und machte weiter. Von Wasserscheu konnte nicht die Rede sein: im Gegenteil: das sich immer bewegende Wasser belebte auch sie.
Heute geht die Reise wieder Richtung Karlsruhe nach einem Abstecher in Mühlheim zur anderen Großmutter.

22.8.2007 Am Morgen sind die beiden Mädchen schon drauf aus, ihre neue, kleine Welt näher kennenzulernen, allerdings mit ihrer Mutter.
Und dann ging's zum Meer, wo vor allem mit sicherem Instinkt Anna nicht aufzuhalten war, allein vor allen anderen das "Große Wasser" zu erreichen.

21.8.2007 Gestern wurden die beiden "Prinzessinnen" noch rechtzeitig vor einem aufziehenden Gewitter in ihren Kutschen von der Bimmel zu uns ins trockene Haus befördert und gebührend empfangen.
Die eine brachte mir von "Hubertus" aus Münster, wo sie vorher bei ihrer Rundreise für zwei Tage abgestiegen waren, ein Flasche ausgezeichneten Bordeaux, "Talbot", Grand Cru, 2002, mit: Herzlichen Dank an den Spender!
Mit erheblicher Mühe und fast vergeblicher geistiger Anstrengung haben wir es nach einem Hinweis von Ruth doch geschafft, das zweite Kinderbett ohne fremde Hilfe sicher aufzustellen.

20.8.2007 Wir waren gestern abend mit Abt Pius zum Abendessen im Yachthafen; er war sehr aufgeschlossen und erklärte uns, warum sein Nachfolger in Gerleve nicht zum Abt gewählt und geweiht wurde, sondern für drei Jahre zum Prior-Administrator.
Auch den Unterschied zwischen einer lateinischen und einer tridentinischen Messe haben wir erfahren;
und daß, falls sein Doktorand, der in der Glaubenskongregation mit dem damaligen Präfekten Kardinal Ratzinger zusammengearbeitet hat, ein sehr gutes Ergebnis mit seiner Promotionsschrift erreichen werde, beide, Doktorvater und Doktorand, sich mit unserem heutigen Papst Benedikt XVI. darüber unterhalten werden.
Und über vieles mehr in Kirche und Welt haben wir gesprochen.

19.8.2007 Ruthchen, Armin, Emma und Anna werden uns ab morgen auf der Insel besuchen: die entsprechenden Vorbereitungen sind angelaufen. Aus der Nachbarschaft haben wir zwei Kinderbetten besorgt und eins schon aufgestellt.
Es wird also Leben ins Haus der Alten kommen! Wir hoffen darauf, daß das Wetter sommerlich wird.

18.8.2007 Als etwas über Zwanzigjähriger habe ich - das fiel mir heute am Morgen wieder ein - in einem Brief an den ebenso alten Leo Scheffczyk mein Lebensmotto im Krieg so beschrieben, wahrscheinlich weil ich damals froh war, von der Front abgezogen worden zu sein: "Das Leben spielend, den Tod lächelnd und Gott ernst nehmen!" Ich weiß nicht, ob er mir auf diesen egomanischen Spruch überhaupt geantwortet hat; ich habe diese Auffassung aber im Laufe meines Lebens nicht vergessen und sie heute morgen wieder bedacht und auf den Prüfstand gebracht.
Dabei fiel mir auf, daß meine Mitmenschen in ihr nicht erwähnt werden und keine Rolle spielen.
Sie sind gar nicht da!
Von dem heutigen Wissensstand aus, nach 65 Jahren etwa, betrachte ich diese Einstellung als fehlerhaft, weil ich erst durch die anderen, die Nächsten, meinen Lieben und meine Bösen zu mir und darüber hinaus zu Gott kommen kann.
"Wie Du mir, so ich Dir!"
Das gilt für Gott, Dich und mich: Und auch umgekehrt!

17.8.2007 Mirabellen! Mirabellen ohne Ende! Der stürmische Wind pustet sie vom Baum.
Am Nachmittag haben wir einen von seinem Amt im Kloster Gerleve erleichterten Abt Pius von der Fähre abgeholt und zu "Sancta Maria" gebracht, wo er in seinem Urlaub mit den Schwestern drei Wochen lang täglich die Messe feiert.
Am Abend hat Ruth in unserer Kirche "Maria Meeresstern" das im Rahmen des Kirchenjubiläums stattfindende Konzert "Musik für Sopran und Orgel", in Form einer Liturgie, besucht und war sehr angetan von den Beiträgen, vor allem von "Panis Angelicus".

16.8.2007 Es waren drei Gedanken, die um dasselbe Thema kreisten, die mich heute morgen etwa eine Stunde früher als gewöhnlich aus dem Bett trieben:
Es ging um die Nachbetrachtung des Fest-und Jubiläumgottesdienstes am Sonntag in unserer Pfarrkirche "Maria Meeresstern". Als stärkster Eindruck blieb bis heute in mir erhalten, was unser Pfarrer vom Altar aus in die überfüllte Kirche zur Entschuldigung dafür sagte, daß er bei Beginn der Messe den Sekretär des Bischofs vergessen hatte vorzustellen:
"Sie können mich ja dafür verhauen!"
Der Bischof winkte diese Entschuldigung mit einer leichten Handbewegung ab; unser Pfarrer hatte sie aber wohl spontan und ernsthaft gemeint und als ein Zeichen gesetzt, wie schwerwiegend er diesen Fehler bewertete. Es hatte schon ein beträchtliches Ausmaß! Mich erinnerte sie jedenfalls an die Gestalt des Aljoscha aus den "Brüdern Karamosow" von Dostojewski!
Und bei der gestrigen Abendmesse zum Fest "Mariä Himmelfahrt" trug unser Pfarrer im Evangelium das "Magnificat" - "Meine Seele preist die Größe des Herrn" - auswendig so überzeugend vor, daß der Vers - "Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd (seines Knechtes) hat er geschaut" glaubhaft als der Grund dafür erschien, weshalb der Herr an jemandem und durch jemanden "Großes" geschehen lassen kann wie an der Mutter Gottes.
Dazu sollte auch drittens das "Salve Regina" einer Solistin mit Orgelbegleitung beitragen.

15.8.2007 Heute feiert die Kirche das Fest "Aufnahme Mariens in den Himmel". Mir ist zum ersten Male aufgefallen, das dieselben Attribute im Gebet "Ave Maria" - "Gegrüßet seist Du, Maria" für Maria und Jesus auftauchen: "benedicta tu in mulieribus" - "Du bist gesegnet unter den Frauen" und "benedictus fructus ventris tui, Jesu" - "Gesegnet ist die Frucht Deines Leibes Jesus". Das kann doch wohl heißen, daß dieselbe Qualifikation hier zweimal vergeben wird; dem Herrn und seiner Mutter, und danach in deren Gefolge auch für uns erreichbar sein kann, die wir um die Hilfe der Mutter bitten.
In der Nacht hat ein ziemlich schwerer Sturm den größten Teil der Mirabellenernte beendet. Wir müssen uns also oftmals bücken.

14.8.2007 Es war ein Mirabellentag; die kleinen, süßen Früchte mußten vom Innenhof aufgehoben oder von den Ästen mit dem Apfelpflücker heruntergeholt werden; dann gewaschen, entsteint und zu Marmelade oder Kompott verarbeitet werden. Die Arbeit verteilte sich auf den Vor- und Nachmittag; zwischendurch konnten wir uns am Strand und im Meer erholen und erfrischen.
Ruth war am Abend noch im Gemeindesaal bei einem Lichtbildervortrag über die Geschichte der Kirche "Maria Meeresstern" auf Borkum.

13.8.2007 Es war ein gelungener Festgottesdienst, in dem der Gedanke "Kirche" im Mittelpunkt stand. Sowohl Bischof Bode, aber vor allem der aus Geilenkirchen angereiste Jugendchor haben in der übervollen Kirche die spürbare Anteilnahme der Gemeinde bei der Meßfeier bestimmt.

12.8.2007 Am 12. August vor 89 Jahren haben unsere Eltern in bitterer Notzeit knapp drei Monate vor Ende des 1. Weltkriegs im Jahre 1918 geheiratet und damit, ob bewußt oder unbewußt, habe ich nie erfragt, ein Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht und des Vertrauens für ihre Kinder gesetzt, das trotz Hunger, Vertreibung und zweitem Weltkrieg bei allen bis heute Wirkung zu haben scheint, weil die Hoffnungserwartung noch nicht verkümmert ist.
Möge sie der jetzigen und auch kommenden Generationen erhalten bleiben!
Die katholische Kirchengemeinde "Maria Meeresstern" auf Borkum feiert heute mit ihrem Bischof Bode aus Osnabrück das 125 jähriges Bestehen ihrer Kirche. Wir werden am Festgottesdienst und anschließendem Empfang teilnehmen, weil sich hier für uns seit 20 Jahren geistige und spirituelle Heimat lebendig erhält.

11.8.2007 Eine "junge Dame" von Welt, auffallend, eine angehende Diplomatin, comme il faut; die Entwicklung dahin muß zuerst im Kopf beginnen, damit mit viel Einsatz das Ziel erreicht wird.

10.8.2007 Wenn ich jemandem mit der Entschiedenheit begegne, die ich für die seine halte, kann es leicht schief gehen!
Richtig ist es immer, wenn die eigene, von Herzen kommende Freundlichkeit den Grund einer Beziehung prägt!
Denn Du kannst kritisch Deine Einstellung betrachten und sie auch sagen, aber die zu Deinem Nächsten sollte von wohlwollender Freundlichkeit bestimmt sein.

9.8.2007 Eva besucht uns seit gestern nachmittag; sie will im Wintersemester ihr Studium der "Staatswissenschaften" in Lecce (Süditalien) fortsetzen und dabei nach Englisch und Französisch auch Italienisch beherrschen lernen. Wir wünschen ihr vollen Erfolg!
Ich will mich heute um die Mirabellenernte kümmern, reife Früchte pflücken, mit Kandis für etwa 14 Tage in 37,5%igen Wodka legen und dadurch etliche Flaschen Likör fabrizieren.

8.8.2007
"Sprich Du das Wort,
das mich führt,

IN DEINEN GROSSEN FRIEDEN!"

Dein grosser Frieden hat nichts mit Pathos, falscher Begeisterung oder Flucht zu tun. Er ist so etwas wie Sehnsucht und ihre Erfüllung mit voller Realität. Keine falsche Hoffnung, sondern geglücktes Ende! Aber auch Verlangen nach dem Leben jenseits der Sehnsucht!

7.8.2007 Die gestrige e-mail von Anselm hat ein Echo in kürzester Zeit hervorgerufen: Innerhalb von 10 Stunden erreichte uns folgende e-mail aus Neuseeland und Australien mit Bild von einem schönen Paar:

Ihr Lieben, das, was Selmi gesagt hat, habe ich auch schon oft gedacht. Ihr seid ein tolles Vorbild für Rubi und mich. Ich hoffe, es geht Euch gut. Auf den Fotos sieht es so aus, das freut mich. Ganz viele liebe Grüße von Eurer Vera.

Herzlichen Dank! Das baut alte Leute auf!

6.8.2007 Heute morgen hat Anselm um 0.23 Uhr diese e-mail, die ich gerade gelesen habe, geschickt:
Liebe Eltern, so wie Ihr, möchte ich in 40 Jahren leben: offen, hellwach, flexibel in festen Strukturen, selbstständig, gastfreundlich, großzügig, selbstkritisch, liebevoll,.... Vielen Dank für die schönen Tage Anselm, Arne, Tilman

Manchmal macht es bei uns "Klick"! Das war gestern beim Sonntagsgottesdienst der Fall, bei den letzten neun Worten des Liedes : "Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr, von Huub Osterhuis; sie lauten:

"DU BIST MEIN ATEM, WENN ICH ZU DIR BETE."

Diese Worte gingen mir den ganzen Tag bis heute morgen nicht aus dem Sinn: Atem haben bedeutet Leben haben; Atem und Leben sind in diesem Fall identisch: das Leben und das Atmen habe ich von ihm; wenn ich mich an ihn wende, habe ich diese Erkenntnis: Ich bin bei ihm; er ist bei mir: Wir sind zusammen, solange er mir das Leben im Atmen erhält. Keiner ist mir näher als er. Und er ist in mir, weil er mein Atem ist.
Manchmal gelingt die Verbindung auch zu Mitmenschen.

5.8.2007 Neunhofen bei Neustadt (Orla), das Dorf in dem Anselm und Gisela das über 300 Jahre alte Pfarrhaus am Hang unterhalb der romanischen Kirche gekauft haben, war vorgestern ein Mittelpunkt des von ARTE ausgestrahlten Filmes "Ein verlockendes Angebot". Kirche und Haus wurden mehrmals gezeigt, und auch Arne und Tilman erschienen mit anderen Kindern aus dem Dorf auf diesem Streifen, der seinen zweiten Mittelpunkt in Berlin hatte.
Selbstredend dass dieser Film wegen des Drehortes - von der Küche und dem Garten aus hatte das Team gefilmt - bei uns erhöhte Aufmerksamkeit erfuhr.
Am gestrigen Vormittag radelten die beiden Jungs, wieder in der Wirklichkeit angekommen, allein über die Insel.
Der ehemalige Benediktinerabt Pius vom Kloster Gerleve, der wieder nach San Anselmo in Rom zurückgekehrt ist, feiert heute in seinem Heimatkloster das Goldene Ordensjubiläum.

4.8.2007 Der Siebenschläferrhythmus mit sechs Wochen Regenwetter scheint seit vorgestern für dieses Jahr auf den ostfriesischen Inseln beendet zu sein. Darüber freuen sich besonders die Urlauber.
Anselm könnte ein Paradestück beim "Freecell - Spiel" gelungen sein. Ich hatte eine Prämie für die Lösung der Nummer 11982 bei Arne und Tilman ausgesetzt; was aber auch allgemein galt. Mit Anselms Findigkeit hatte ich eigentlich nicht gerechnet! Denk'ste!
Er ging über"google"zu Freecell und las da von einem Mitspieler, daß diese Nummer nicht lösbar wäre. Anselm war aber mit dieser Antwort nicht zufrieden und erfuhr über "shift F10" nach 2 Schritten vom Computer: "Aufgabe richtig gelöst", ohne daß die einzelnen Schritte angezeigt wurden.
Die will er heute nachvollziehen.
Wir werden es sehen oder auch nicht!

3.8.2007 Gestern abend kamen mit dem letzten Kat auf die Insel und da vom Anleger über menschen - und autoleere Straßen Anselm, Arne und Tilman zu uns; Ruth ist ihnen bis zur Bushalte wie immer schon ein Stück entgegengegangen, um sie bewillkommnend in die Arme zu schließen.
Nach dem Abendbrot mußten die beiden Jungen, weil sie den ganzen Tag im Auto gesessen hatten, von Neunhofen bis Borken mit Tante Lischi und dann von Borken bis Emden Aussenhafen, vor unserem Haus auf den stillen Straßen noch bis zur Dunkelheit Fußball spielen.

Mit einer e-mail kam heute morgen der Sprechgesang, der an Clemens' Geburtstag von Angela und Joschka vorgetragen wurde:
Clemens kann komponieren, konzertieren, korrigieren, konferieren, konstruieren,kolorieren, kompostieren, klarinettieren, kontrapunktieren, kolophonieren, kopieren, chartern, knoten, knispen, krickeln, klampfen, Cha,Cha,cha, Cembalo-klavier, Keybord-spielen, kreativ, kultivieren, kollegial, kompetent, Chorleiter, Chorsänger, Kunstkenner, Kursfahrer, Camper, Kapitän, Kurslehrer, Klassenliebling, Cockpittsitzer, Korkensammler, Klassikkenner, Krawattenmuffel, Konzertbesucher, Klausurenleser, Kantatenkenner, Klavierstimmer, Kapellmeister, Kaokesänger, Konfitürenesser, Klarinettenspieler, Kattegattsegler, Kontrabassvater,Kuliversuser, Kriminologe, Kaulquappenzüchter, Kindererzieher, Kippenkonsument, Koch, Kosmetiknutzer, Karusselfahrer, Klamottenfreund, kennt Kreta, Cypern, Christina, Sandra, Catania, Kanaren, Karlsruhe, Karajan, Chopin, Kant. (von Angela)

2.8.2007 Das war ein Sommertag, wie wir noch keinen auf Borkum sahen. Mit Mann und Maus schienen Gäste und Insulaner die letzten Schlechtwetterwochen vergessen machen zu wollen und eilten in hellen Scharen zum Strand und ins Wasser. Am Südstrand war es wie in der Badeanstalt so eng. Die Zelt-und Badekorbvermieter hatten ihre Arbeit eingestellt, weil alles vermietet war, was sonst am Strand gebraucht wird. Sie hatten per Anschlag an ihren Buden wissen lassen, dass sie erst 16.30 Uhr wieder erscheinen wollten, um neu zu vermieten, wenn noch was da wäre.
Wir haben uns nach erfrischendem Bad schnell wieder in Haus und Hof zurückgezogen.

1.8.2007 Auf diesem Bild ist unsere Hausamsel besser zu erkennen als gestern in der Morgendämmerung. Es ist kaum glaublich, aber sie verläßt den Innenhof so gut wie nie. Und die einseitige Nahrung "Mirabellen" scheint ihr bis her nicht geschadet zu haben.

31.7.2007 Wenn ich im Morgengrauen im Haus nach unten komme, begrüßt mich unsere junge Hausamsel, ein ziemlich faules Männchen, das sich fast den ganzen Tag im geschützten Innenhof aufhält und sich hauptsächlich von dem heruntergefallenen Mirabellen ernährt, aber begierig auf die Brosamen aus der Brötchentüte, die ich ihm anbiete, zuhüpft und sie eilig aufpickt.(Es ist ganz nah an der Eingangstür am gelblichen Schnabel zu erkennen)
Ruth war gestern "für die "Katz" beim Hämatologen am Emder Krankenhaus, der sie seinem Nachfolger vorstellen wollte und deshalb großen Wert darauf legte, dass sie nach Emden kam. Die Vorstellung fiel aus, weil der Posten des Hämatologen am Krankenhaus in Emden demnächst nicht mehr besetzt wird.
Die Blutabnahme und oberflächliche sonografische Untersuchung hätte man genauso auch auf Borkum durchführen können.

30.7.2007 Schöne dunkle Rosen in unserem Eingangsraum.
Annette, Ferdi
und Jonathan haben übers Wochenende fast alle Unbill des Extremwetters auf der Insel erfahren können, blieben aber trotzdem guter Dinge und wollten demnächst wiederkommen. So sahen sie nach einem Riesenguß aus, der sie im Bereich Duala überrascht und ihre eigenen "Klamotten" bis auf die Haut durchnäßt hat, als sie sich in Mutters "Fummel" zum Mittagessen ins Gasthaus begaben, während die nasse Bekleidung in der Sonne auf der Leine trocknen sollte.

29.7.2007 Sonne, Wind und Sand bestimmen weiter die Szene bei uns auf der Insel; immerhin haben unsere Gäste mit uns über eine Stunde lang der Panade im halbgelungenen Windschatten des Extremwetters widerstanden und sich dabei noch entspannt.

28.7.2007 Nach etwa vierstündigem ruhigen Schlaf habe ich mich im Traum mit einer blitzartig schnellen Reflexbewegung gerade noch einer Todesschlinge entwinden können, von der ich nicht weiß, wer sie zuziehen wollte. Als dabei Fernbedienung und Brille mit meiner Hand vom Nachttisch gefegt wurden, war ich sofort hellwach, stellte fest, daß ich keinen Schaden genommen hatte, und schlief nach einer Grübelphase wieder ein und ruhig drei Stunden lang weiter.
Annette, Ferdi und Jonathan wollen uns übers Wochenende auf der Insel besuchen. Wir hoffen, daß der böige, starke Wind, der seit einigen Tagen bei uns weht, nachlassen wird.

27.7.2007 Wir machten uns auf, in der Greunen Stee nach der vielleicht schon blühenden Erika zu sehen, weil ja in diesem Jahr sich alles früher entwickelte. Das Ergebnis war sehr mager , wie man sieht. Wir werden den Weg durch die Heide in einigen Wochen noch einmal machen.
Unterwegs hielt uns ein Borkumer an, der sich lobend über meine homepage, die er täglich lese, äußerte und sagte, daß er am vergangenen Sonntag in einem Radfahrer auf dem Weg zur Fähre unseren Sohn erkannt habe, von dessen Besuch bei uns er gerade in der homepage gelesen hatte, ihn angesprochen und "Gute Fahrt nach Oldenburg, Heribert" gewünscht habe.
So klein und intim ist die Insel!

26.7.2007 Da das Wetter danach war, haben wir uns im Radio die Eröffnung der Bayreuther Festspiele um 16.00 Uhr mit Richard Wagners "Meisteringer" angehört, wenigstens den ersten Aufzug, der etwa 80 Minuten dauerte. Leider hat uns die Musik nicht so in ihren Bann gezogen, daß wir uns entschlossen hätten, die beiden anderen Aufzüge auch anzuhören. Die Musik kam uns zu laut, zu undifferenziert und zu eigenwillig vor.
Aber drei Beiträge in der Pause nach dem ersten Akt über den Dirigenten, den Hauptdarsteller und über die Bedeutung von Wagners Musik als scheinbar neue, umfassende weltanschauliche Grundlage, da "Politik und Religion" versagt hätten, waren doch aufschlußreich.

25.7.2007 Heute kamen per e-mail diese zwei Fotos von Clemens' 50.Geburtstag, die ich in meine homepage uebertragen habe. Das erste zeigt den Kasten, in dem sich - ich nehme an, 12 Tauben - befinden, die mit allen guten Wünschen gleich zum Heimflug aufgelassen werden und zur Erfüllung dieser Wünsche beitragen sollen.
Das zweite zeigt Angela, Joschka, Hanna und den Schwiegervater bei der Festmusik für Clemens vor den Gästen in seinem Haus.

24.7.2007 "WER SOLLTE ES IM LAUFE DES TAGES VERHINDERN, DASS UNS UNSERE MITMENSCHEN FREUNDLICH ENTGEGENKOMMEN," wenn uns schon am Morgen jemand darauf eingestimmt hat?
Der erste Teil dieses Satzes hat sich während des Schlafes in meinem Unterbewußtsein gebildet und war mir schon beim Wachwerden praesent, so dass ich nur die zweite Hälfte bewußt ihm anhängen mußte.

23.7.2007 Wenn zwei Menschen auch bei allen Abstrichen, die man bei ihnen machen muß, sich trotzdem voll akzeptieren, sich annehmen und in Frieden miteinander leben können, dann haben sie viel erreicht, weil der Herr zwischen ihnen ist und sie so etwas wie eine Insel der Eintracht sein könnten. Und wenn sie von da aus auch ihren anderen Zeitgenossen so begegneten?

22.7.2007 Seit einigen Tagen fährt an jedem Nachmittag die Zwei-Mast-Yacht "Mercedes", mal mit geblähten, mal mit gerafften Segeln an uns vorbei, sehr zur Freude der Badegäste. Die Eleganz des Seglers, der höher als lang ist: er hat auf 5 Stockwerken Quersegel.

21.7.2007 Gestern fand die Geburtstagsfeier von Clemens in Kaltenkirchen statt; bis auf zwei waren alle seine Geschwister angereist: Wir gehen davon aus, daß es ein schönes Fest mit "viel Musik" war. Wir waren in Gedanken auch dabei.
Ich habe gestern eine neue Telefonanlage mit einiger Mühe installiert. Es handelt sich um ein "Gigaset" mit zwei Mobiltelefonen, die an der Basis angemeldet werden mußten. Als die Arbeit beendet war, klingelten bei einem Anruf, wie vorgesehen, drei Telefone im Haus: im Flur an der Treppe, im Computerzimmer und bei mir oben im Schlafzimmer. Die werden von überall im Haus nicht zu überhören und leicht erreichbar sein.

20.7.2007 An der Südwand des Anbaus gedeihen ein Feigenbaum und ein Olivenstrauch prächtig; sie sind auch gut durch den letzten milden Winter gekommen. Zu ihnen soll sich noch ein kleiner Gingko gesellen, den wir seit drei Jahren im Haus gezogen haben.

19.7.2007 Clemens hat heute Geburtstag; er wird 50 Jahre alt. Wir wünschen ihm auch auf diesem Wege Glück und Segen.
Auf diesem großen Bild ist oben ein heller Ausschnitt zu sehen, der in der homepage vom 11.7.2007 schon einmal in Großaufnahme gezeigt wurde. Beide Bilder erhalten durch drei Räume hindurch das Licht von der strahlenden, untergehenden Sonne etwa um 21.30 Uhr.
Wir nehmen diesen leuchtenden Schein seit zwanzig Jahren - so lange wohnen wir schon in diesem Haus - in diesen Tagen zum ersten Male wahr und erfreuen uns an ihm, weil er letzte helle Freundlichkeit uns am Abend im Haus so stark beschert, daß wir meinen, Scheinwerfer wären auf diese Bilder angesetzt.

18.7.2007 Der Blutweiderich hat sich in diesem Jahr mit vielen Blütenzweigen besonders kräftig entwickelt und bildet einen auffälligen Anziehungspunkt vor dem Haus.

17.7.2007 Da das Wetter versprach, sehr heiß zu werden, und wir um diese Zeit auflaufendes Wasser hatten, gingen wir schon am Vormittag zum Strand und zum Baden in die erfrischende Flut.
Zwei Bilder zum Vergleich: gestern am Abend um 21.30 Uhr habe ich diese Aufnahme von den dunkelroten Hortensien gemacht. Sie leuchteten um diese späte Zeit so sehr, daß der Eindruck entstand, sie hätten, obwohl im Augenblick der Aufnahme nicht von der Sonne beschienen, die ganze Sonnenglut die sie den Tag über mitbekommen hatten, am Abend in vollster Weise wiedergegeben.
Im Vergleich das Morgenfoto von fast demselben Objekt!

16.7.2007 Noch ein Bild aus Neuseeland, von wo Ruben nach Australien zu einem Masterstudiengang geflogen ist, während Vera vorläufig weiter in Auckland bleibt.
Und ein Bild von den Auswirkungen des letzten schlimmen Orkans vor der "Heimlichen Liebe" auf Borkum, der die Dünen, auf denen in den letzten Jahren unser Strandkorb stand, abgeräumt hat.

15.7.2007 Zufällig sind wir gestern nach dem Abendbrot mit Heribert auf ein Videoband mit Glenn Goulds Interpretationen gestoßen und kamen den ganzen Abend von seinen sprachlich und musikalisch unterlegten Erläuterungen der Bach'schen Fugen und dann seiner zweiten Bearbeitung der Goldberg-Variationen aus dem Jahre 1981 gar nicht mehr los .
Es bewirkte Freude, Staunen, Erhebung und etwas von Glück, solche Musikalität bewundern zu können.

14.7.2007 Wenn ich früh am Morgen im Haus nach unten komme, erwarten mich zwei Bilder: ich blicke durch das Fenster im Wohnzimmer auf die voll erblühten Hortensien, die bis zu 20 Jahren alt sind, und gehe an dem schönen, alten Schrank im Eßzimmer vorbei.
Und im Computer überraschen mich, weit weg von der Inselidylle auf Borkum, Bilder von der anderen Seite der Erde, aus Neuseeland: in geradezu unendlicher Weite die schneebedeckten, Kälte ausstrahlenden Berge des Vulkans Tongariro und ganz nah die unentwegt nach oben sprudelnden heißen Geysire in Rotoria.
Gestern abend hatte Ruth zwei Damen zu Pizza und Rotwein eingeladen, heute kommt Heribert von Oldenburg mit dem Rad bis Emden und dann mit der Fähre auf die Insel zu Besuch.

13.7.3007 Das unsichere, aber trockene Wetter haben wir gestern von 15.00 bis 18.00 Uhr ausgenutzt, um die ganze Ligusterhecke wieder glatt zu schneiden: ich arbeitete mit der elektrischen Heckenschere, Ruth fegte den Abfall zusammen und den Bürgersteig wieder sauber.
Eigentlich war ich der Meinung, daß ich nach diesem Kraftakt gut schlafen könnnte; was aber nicht gelang, weil ich nach zwei Tiefschlafphasen wach oder halbwach wurde und dabei aus der Tiefe des Unbewußten viele einzelne unangenehme Erinnerungen quollen, die gar kein Ende nehmen wollten und mir geradezu noch einmal Angst bereiteten. Ich kam mir wie in einer General- oder Lebensbeichte vor.
Ich hatte danach ein schlechtes, aber einseitiges Bild von mir.
War das ein Hinweis auf Ende und Tod gewesen?
Von
Ruben und Vera kamen aus Neuseeland sechs Bilder, die beide in einer weit entfernten Welt zeigen. Es scheint ihnen gut zu gehen, weil sie, wenn auch etwas angespannt, doch zufrieden wirken.

Ältere Einträge:
21. Okt. 2006 - 12.Juli 2007
22. Apr. - 20. Okt. 2006
15. Okt. 2005 - 21. Apr. 2006
1. Mai - 14.10.2005
24.Sept. 2004 - 30.4.2005
20.Mai - 23. Sept. 2004
1. Jan. - 19. Mai 2004
10. Okt. - 31. Dez. 2003
27. Juli - 9. Okt. 2003
Mai - 26. Juli 2003
Jan. - Apr. 2003
Sept. - Dez. 2002
Mai - August 2002
Januar - April 2002
Oktober - Dezember 2001